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Odoo 20 POS und die geplante Kassenpflicht ab 2028

Was der Entwurf zum Zweiten Kassengesetz vorsieht, welche Pflichten bereits gelten und wie unser Expertenteam Ihren Odoo-POS-Einstieg vorbereitet.
20. Oktober 2026 durch
innos Systemhaus GmbH
Odoo

ODOO 20 POS · DEUTSCHLAND

Die Kasse mit dem Unternehmen verbinden.

Verkauf, Artikel und Auswertung gemeinsam planen. TSE, Belege und Kassenmeldung als eigene Aufgaben berücksichtigen.

Redaktionelle Übersicht: innos. Originallogo: Odoo.

Neue Kassenregeln in Deutschland machen eine Frage aktuell: Reicht ein einfaches Kassensystem noch – oder lohnt sich eine Lösung, die Verkauf, Waren und Unternehmensprozesse verbindet? Odoo 20 POS kann dafür ein Ansatz sein. Vor einer Einführung müssen jedoch die geltenden Pflichten, die geplante Reform und die technische Umsetzung sauber zusammengebracht werden.

Veröffentlicht und recherchiert am · Redaktion: innos Systemhaus GmbH.

Kassenpflicht ab 2028: Was sieht der Entwurf vor?

Der Regierungsentwurf erfasst bestimmte Steuerpflichtige mit einem Gesamtumsatz von mehr als 100.000 Euro im Kalenderjahr. Eine Ausnahme ist für Bargeldumsätze unter 12.000 Euro vorgesehen. Entscheidend ist damit nicht allein der Umsatz an einer einzelnen Kasse. Die konkrete Einordnung und mögliche Ausnahmen sollten Sie mit Ihrer Steuerberatung anhand Ihres Betriebs prüfen.

Auch die Übergangsregeln verdienen Aufmerksamkeit: Für den geplanten Start am 1. Januar 2028 kann bereits das Umsatzjahr 2026 maßgeblich sein. Bei erstmaliger Überschreitung 2027 oder später sieht der Entwurf grundsätzlich den 1. Juli des Folgejahres vor. Die Einzelheiten stehen im Regierungsentwurf zum Zweiten Kassengesetz.

Zusätzlich soll die Papierbon-Ausgabe ab 2028 durch eine elektronische Belegbereitstellung abgelöst werden. Das Vorhaben bedeutet daher nicht, dass Belege oder Aufzeichnungen künftig entfallen. Ältere Meldungen mit dem Zieljahr 2027 entsprechen nicht dem hier beschriebenen Kabinettsentwurf.

Für die technische Planung ist deshalb sinnvoll, schon jetzt den Bestand aufzunehmen. Eine konkrete Kaufentscheidung muss nicht auf einer verkürzten Schlagzeile beruhen. Klären Sie zuerst, welche Abläufe besser werden sollen und welche Anforderungen die endgültige gesetzliche Fassung tatsächlich auslöst.

Welche Kassenpflichten gelten schon heute?

TSE und nachvollziehbare Aufzeichnungen

Für die erfassten elektronischen Kassensysteme bestehen bereits Anforderungen an vollständige und geordnete Aufzeichnungen sowie eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, kurz TSE. Die Grundlage bildet § 146a Abgabenordnung; den Anwendungsbereich konkretisiert § 1 KassenSichV. Die Zertifizierung der TSE ist kein pauschales staatliches Gütesiegel für eine gesamte Odoo-Installation.

Zum Projekt gehören deshalb mehr als die Auswahl einer App: Belege, Berechtigungen, Stornierungen, Abschlussabläufe und verfügbare Daten werden gemeinsam geprüft. Das Kassenteam muss wissen, wie die vorgesehenen Vorgänge im Alltag korrekt ausgeführt werden.

Kassenmeldung: Die Monatsfrist läuft bereits

Das elektronische Meldeverfahren steht seit dem 1. Januar 2025 zur Verfügung. Für seit dem 1. Juli 2025 angeschaffte Systeme gilt grundsätzlich die Meldung innerhalb eines Monats; auch entsprechende Außerbetriebnahmen sind binnen eines Monats mitzuteilen. Die frühere Übergangsfrist für Bestandskassen bis 31. Juli 2025 ist bereits abgelaufen. Maßgeblich sind das BMF-Schreiben zur Mitteilungsverpflichtung und § 146a Absatz 4 AO.

In der Vorbereitung legen wir fest, wer die benötigten Systemdaten zusammenstellt, wer die Meldung übermittelt und wie die Bestätigung aufbewahrt wird. Ein eingerichteter technischer Dienst ist nicht automatisch eine erledigte Meldung an das Finanzamt. Die Mitteilung der Systemdaten ist außerdem von einer laufenden Übermittlung sämtlicher Umsätze zu unterscheiden.

Belege und Prüfungsdaten

Die heutige Belegpflicht besteht weiter. Elektronische Belege sind bereits möglich, nach § 6 KassenSichV mit Zustimmung des Empfängers. Die künftige Reform ist daher nicht der erste Zeitpunkt, ab dem digitale Belege überhaupt verwendet werden dürfen. Praktische Erläuterungen liefert auch die BMF-FAQ zum Kassengesetz.

Für Prüfungen ist außerdem die DSFinV-K relevant: Sie beschreibt die standardisierte Bereitstellung von Kassendaten. Ein allgemeiner Umsatzbericht oder eine selbst erstellte Excel-Liste ersetzt diesen Export nicht. Die aktuelle Schnittstelle erläutert das Bundeszentralamt für Steuern. Ein Export sollte deshalb vor dem Produktivstart mitgeprüft werden und nicht erst dann, wenn er dringend benötigt wird.

Warum Odoo 20 POS für Handel und Gastronomie interessant ist

Odoo beschreibt sein Kassensystem für Geschäfte und Restaurants als browserbasierte Anwendung. Neben dem klassischen Verkauf stehen je nach Einrichtung auch Selbstbestellungen über Kiosk oder Mobilgerät zur Verfügung.

Der eigentliche Mehrwert für ein Unternehmen entsteht durch zusammenhängende Prozesse. Wenn Artikel, Verkauf und weitere benötigte Odoo-Bereiche passend eingerichtet sind, muss Ihr Team Informationen seltener zwischen voneinander getrennten Programmen übertragen. Die Einführung beginnt deshalb bei der Frage: Welche bisherigen Insellösungen lassen sich sinnvoll ersetzen?

Die offiziellen Neuerungen von Odoo 20 nennen im POS unter anderem zusätzliche Möglichkeiten für Mitarbeiterberechtigungen, vereinfachte Bestandsführung, die Anordnung von Artikeln und die Verwaltung mehrerer Drucker. Diese Funktionen können den Alltag erleichtern. Sie sind jedoch kein eigener Nachweis, dass eine Anlage sämtliche aktuellen oder zukünftigen deutschen Steueranforderungen erfüllt.

Ein sinnvoller Pilot bildet Ihren echten Verkauf ab: Wie findet ein Mitarbeitender einen Artikel? Wie werden Rückgaben behandelt? Welche Person darf eine sensible Aktion ausführen? Wo entsteht der Beleg, und welche Auswertung braucht die Geschäftsleitung? Mit diesen Fragen wird aus einer Funktionsliste ein prüfbarer Ablauf.

TSE mit fiskaly: Was ist in Odoo 20 dokumentiert?

Die deutsche Lokalisierung von Odoo 20 beschreibt die TSE-Anbindung über den Cloud-Dienst fiskaly. Genannt werden das Modul l10n_de_pos_cert und für Restaurants zusätzlich l10n_de_pos_res_cert. Eine funktionierende Internetverbindung ist für diese Lösung erforderlich. Beim Kassenschluss werden Daten an den DSFinV-K-Dienst übertragen; ein Export lässt sich nach Zeitraum und Kasse anfordern.

Die dort beschriebene Registrierung bei fiskaly belegt keine automatische Kassenmeldung über ELSTER. Diesen Schritt planen und prüfen wir gesondert. Ebenso wenig sollte die allgemeine Offline-Fähigkeit einer Kassenoberfläche mit einer uneingeschränkten deutschen Offline-Fiskalisierung gleichgesetzt werden.

Odoo On-Premises und externe Dienste sauber unterscheiden

innos begleitet Odoo ausschließlich On-Premises. Für eine Enterprise-Installation ist der passende Vertrag zum vorgesehenen Betriebsmodell zu prüfen; Odoo beschreibt die Selbsthosting-Option im Custom-Modell. Bei der dokumentierten fiskaly-Anbindung wird zusätzlich ein externer Dienst genutzt. Deshalb versprechen wir auch bei lokal betriebenem Odoo keine vollständig lokale Verarbeitung sämtlicher Kassendaten. Die Datenübermittlung beschreibt Odoos Datenschutzhinweis zur deutschen POS-Zertifizierung.

Im Projekt klären wir Internetanbindung, Hardware, Schnittstellen, Sicherung und einen abgestimmten Umgang mit Störungen. Dazu gehört auch, wer bei einem Ausfall welche Entscheidungen trifft und wie ein Vorgang dokumentiert wird. Solche Betriebsfragen sollten vor dem ersten Verkauf beantwortet sein.

So bereiten Sie ein Odoo-POS-Projekt mit unserem Team vor

  1. Bestand und Ziel erfassen: Kassenplätze, Filialen, Artikel, Zahlungsarten, bestehende Hardware und angebundene Anwendungen zusammentragen. Halten Sie fest, wo heute doppelte Arbeit entsteht.
  2. Steuerliche Anforderungen abstimmen: Ihre Steuerberatung ordnet den Betrieb und die geltenden Pflichten ein. Unser Team klärt dazu die technische Umsetzung und die benötigten Daten.
  3. Einen passenden Pilot aufbauen: Odoo 20, verfügbare deutsche Module, TSE-Anbindung und geeignete Geräte in einer getrennten Umgebung einrichten. Dabei prüfen wir die tatsächliche Kombination.
  4. Die täglichen Vorgänge testen: Verkauf, Zahlung, Rückgabe, Berechtigungen, Belegausgabe, Kassenschluss und Export an repräsentativen Beispielen durchspielen. Störungen und Vertretung ebenfalls berücksichtigen.
  5. Produktivstart und Verantwortung festlegen: Einweisung, Systemmeldung, Sicherungen, Dokumentation und Ansprechpersonen abstimmen. Erst nach den vereinbarten Tests wird die Umstellung geplant.

Für ein erstes Gespräch brauchen Sie noch keine perfekte Projektdokumentation. Eine grobe Beschreibung Ihrer heutigen Abläufe reicht, um die nächsten Fragen zu sammeln. Ein belastbares Angebot berücksichtigt anschließend Software, Lizenzen, Fiskalisierung, Hardware, Einrichtung und den gewünschten Betreuungsumfang.

Häufige Fragen zu Odoo 20 POS und den deutschen Kassenregeln

Gilt die neue Kassenpflicht bereits ab 2027?

Der hier behandelte Kabinettsentwurf vom September 2026 plant den Start ab 2028. Es handelt sich um ein Vorhaben, nicht um eine bereits geltende allgemeine Kassenpflicht. Für die konkrete Anwendung sind die endgültige Gesetzesfassung und ihre Übergangsregeln maßgeblich.

Welche Umsatzgrenzen sieht der Entwurf vor?

Im Regierungsentwurf stehen mehr als 100.000 Euro Gesamtumsatz und eine Ausnahme für Bargeldumsätze unter 12.000 Euro. Maßgebliche Jahre und Übergänge sind gesondert geregelt. Ihre Steuerberatung kann diese Voraussetzungen für Ihren Betrieb einordnen.

Kann ich bis 2028 mit TSE und Kassenmeldung warten?

Die geplante Kassenpflicht verschiebt bereits bestehende Anforderungen nicht. Wer heute ein erfasstes elektronisches Kassensystem betreibt, muss die aktuellen Pflichten berücksichtigen. Dazu können TSE, Belege, Datenbereitstellung und die Mitteilung des Systems gehören.

Meldet Odoo die Kasse automatisch beim Finanzamt an?

Die geprüfte Odoo-20-Dokumentation belegt keine automatische Erledigung der deutschen Kassenmeldung. Wir klären Verantwortliche, erforderliche Angaben und den tatsächlichen Übermittlungsweg. Die fiskaly-Registrierung ist dabei ein anderer Schritt.

Ist Odoo 20 als vollständiges Kassensystem staatlich zertifiziert?

Eine solche pauschale Zusage machen wir nicht. Die gesetzliche Anforderung bezieht sich auf die zertifizierte TSE. Zusätzlich müssen Konfiguration, Belege, Daten und Betriebsabläufe für die konkrete Installation passen.

Bleiben bei On-Premises alle Kassendaten auf unserem Server?

Bei der hier beschriebenen fiskaly-Anbindung wird ein externer Dienst verwendet. Der lokale Betrieb von Odoo hebt diese Datenübermittlung nicht auf. Wir betrachten deshalb Betriebsmodell, Schnittstellen und Zuständigkeiten gemeinsam.

Wird der Papierbon schon jetzt durch die Reform abgeschafft?

Nein, aus dem Entwurf folgt noch keine geltende Abschaffung. Elektronische Belege sind bereits nach den heutigen Voraussetzungen möglich. Geplant ist ab 2028 eine elektronische Belegbereitstellung; ein ersatzloser Wegfall aller Belege ist damit nicht gemeint.

Was braucht innos für eine erste POS-Beratung?

Hilfreich sind Branche, Anzahl der Kassenplätze, verwendete Geräte, Zahlungsarten und die bisherige Software. Sagen Sie uns auch, ob bereits Odoo eingesetzt wird. Unser Expertenteam strukturiert daraus die nächsten technischen Prüfschritte.